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 Stuttgart 13th July 2011

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Jarofil



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PostSubject: Stuttgart 13th July 2011   15th July 2011, 21:45

Völlig losgelöst von der Erde
Der französische Countertenor Philippe Jaroussky in der Stuttgarter Liederhalle

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"Er ließ die hohen Töne so leicht perlen, als seien sie Zitronenfalter, die von Blüte zu Blüte flattern."

So nice parable. inlove
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Joanna



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PostSubject: Re: Stuttgart 13th July 2011   16th July 2011, 00:03

Von virtuosen Höhen und Tiefen
Countertenor Philippe Jaroussky und Ensemble Artaserse im Stuttgarter Hegelsaal

Stuttgart - An Vivaldi klebt immer noch das Vorurteil vom fingerfertigen Vielschreiber. Dank der historischen Aufführungspraxis ist in den vergangenen zehn Jahren einiges vom Vorurteilslack abgeblättert. Vieles von dem, was darunter zum Vorschein kam, ist von so eigenwilliger Schönheit, dass die lang anhaltende Missachtung dieser Musik erst recht verwunderlich erscheint. Ein wenig profitiert die Vivaldi-Renaissance auch von der mittlerweile fast ins Hysterische gesteigerten Begeisterung für Countertenöre.

Einer der populärsten unter ihnen ist der Franzose Philippe Jaroussky. Seine musikalische Vita hat alle Ingredienzien, die zu diesem Stimmfach so brillant passen, dass einen schon fast der Verdacht beschleicht, hier seien findige Marketingstrategen am Werk. Denn in Anbetracht der Virtuosität, die Jaroussky immer wieder vor Ohren führt, ist man verblüfft, dass Jaroussky tatsächlich erst mit Anfang zwanzig die Entscheidung für den Gesang getroffen haben soll. Doch manchmal klingt vielleicht auch die Wahrheit abenteuerlich. Wie auch immer, jetzt gastierte der 33-Jährige im Hegelsaal der Stuttgarter Liederhalle. Auf dem Programm standen geistliche Kompositionen Vivaldis sowie eine Reihe Arien aus Opern des Venezianers.
Viel Kraft und eiserner Willen

Den Anfang machte die Motette „Longe mala, umbrae, terrores“. Keine ganz glückliche Wahl. Denn schon in der ersten Arie geht es ungemein virtuos zur Sache, ist dem Sänger nicht die mindeste Zeit vergönnt, um die Stimme ein wenig geschmeidig zu machen. Und so jagte Jaroussky mit viel Kraft und eisernem Willen durch die höllisch schweren Koloraturen, weshalb er einige Schärfen in den Spitzentönen und Schwächen in der Intonation in Kauf nehmen musste. Sportiv war das, ein wenig holprig, irgendwie musikalisch noch nicht zentriert. Zu seiner Mitte fand Jaroussky dann in der lyrisch angelegten „Descende“-Arie. Hier, wo er in Sachen Stimmvolumen nichts forcieren musste, faszinierte er mit einem ausgefeilten Spektrum leiser Töne, eingebettet in ein technisch perfektes Legato.

Dass Jaroussky beständig in Musikbibliotheken stöbert, dass Hirn und Herz bei ihm eine unverbrüchliche Allianz bilden, das sollte dem „Nisi Dominus“ jene Tiefe geben, zu der er zu Beginn nicht vorzudringen wusste. Jetzt kostete er die Kunst der Messa di Voce aus, zelebrierte das vibratolose An- und Abschwellen der Töne, spielte aber auch ein wenig mit der Lust am nur Artifiziellen.

Nicht minder kunstfertig und anrührend dann die lyrischen Arien „Se mai senti spirarti sul volto“ aus der Oper „Catone in Utica“ und „Vedrò con mio diletto“ aus „Giustino“. Die virtuosen Reißer wie „Armata face“ aus „Juditha triumphans“ wurden vom Publikum zwar gefeiert, offenbarten jedoch abermals, dass Jaroussky auf dem hochvirtuosen Parkett ein gefährliches Spiel treibt mit seiner nicht eben großen Stimme. Weshalb sich die Instrumentalisten des Ensembles Artaserse dynamisch sehr zurückhielten. Dass dieses Ensemble technisch wie musikalisch auf exquisitem Rang spielt, hörte man in Vivaldis Concerti RV 540 und RV 208 „Grosso Mogul“. Die stürmisch erklatschten Zugaben Jarousskys begleitete Artaserse wieder mit so hinreißend leisen wie klangvollen Tönen in dem akustisch so grauenvoll schwierigen Hegelsaal.


Von Annette Eckerle
Artikel vom 15.07.2011 © Eßlinger Zeitung

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